Wer zum ersten Mal taucht, kennt das Gefühl: Schon nach wenigen Metern beginnen die Ohren zu drücken. Der Grund ist einfach: Mit zunehmender Tiefe steigt der Wasserdruck, und dieser wirkt direkt auf die Lufträume in unserem Körper. Besonders die Ohren reagieren empfindlich darauf.
Was passiert im Ohr?
Im Mittelohr herrscht normalerweise derselbe Druck wie in der Umgebung. Beim Abtauchen steigt der Umgebungsdruck jedoch schnell an. Ohne aktiven Druckausgleich wird das Trommelfell nach innen gedrückt.
- Anfangs spürst du nur leichten Druck.
- Bleibt der Ausgleich aus, entstehen Schmerzen.
- In Extremfällen kann es sogar zu Verletzungen des Trommelfells kommen.
Ein ähnliches Gefühl kennst du vielleicht vom Fliegen im Flugzeug: Beim Start oder bei der Landung verändert sich der Kabinendruck, die Ohren „gehen zu“. Viele gleichen das durch Schlucken, Gähnen oder Kauen aus. Beim Tauchen passiert das Gleiche – nur schneller und intensiver.
Wie funktioniert der Druckausgleich?
- Valsalva-Methode: Nase zuhalten, Mund schließen und sanft Luft „hochdrücken“, bis es im Ohr ploppt.
- Schlucken oder Gähnen: natürliche Öffnung der Eustachischen Röhre.
- Frenzel-Methode: besonders bei erfahrenen Tauchern beliebt.
Immer sanft bleiben – zu starkes Pressen kann das Ohr belasten.
Tipps für sicheren Druckausgleich
- Schon an der Oberfläche beginnen.
- Alle 0,5–1 Meter wiederholen.
- Nicht warten, bis Schmerzen auftreten.
- Bei Problemen etwas auftauchen und erneut versuchen.
Was tun bei Schwierigkeiten?
Leichte Probleme sind normal, besonders bei Anfängern. Häufige Ursachen sind Erkältungen oder verstopfte Nebenhöhlen.
- Mit Erkältung nicht tauchen.
- Bei wiederholten Problemen HNO-Arzt aufsuchen.
Sanfte Nasenspülungen können helfen (nach ärztlicher Rücksprache).