Tauchen gilt als sicher, wenn man sich an die Grundregeln hält. Trotzdem stößt jeder Taucher irgendwann auf den Begriff Dekompressionskrankheit – englisch Decompression Sickness (DCS). Aber was bedeutet das eigentlich?
Was passiert im Körper?
Beim Atmen unter Wasser nimmst du nicht nur Sauerstoff, sondern auch Stickstoff aus der Pressluft auf. Dieser löst sich im Blut und in den Geweben.
Solange du in der Tiefe bleibst, ist das unproblematisch. Doch beim Aufstieg sinkt der Umgebungsdruck – und der Stickstoff möchte den Körper wieder verlassen. Steigst du zu schnell auf, können sich kleine Gasblasen bilden.
Diese Blasen belasten den Körper:
- Sie reizen Gelenke und Muskeln,
- können Nervenbahnen beeinflussen,
- und im schlimmsten Fall sogar Organe und das zentrale Nervensystem schädigen.
Typische Symptome
Die Anzeichen von DCS sind vielfältig und treten oft verzögert auf – Minuten bis Stunden nach dem Tauchgang:
- Schmerzen in Gelenken oder Muskeln („Taucherknie“)
- Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schwindel
- Extreme Müdigkeit oder ungewöhnliche Erschöpfung
- Hautausschlag oder Juckreiz („Skin Bends“)
- In schweren Fällen: Lähmungen, Atemnot, Bewusstlosigkeit
Schon leichte Symptome sollten ernst genommen werden.
Wie lässt sich DCS vermeiden?

- Langsamer Aufstieg: Maximal 9–10 Meter pro Minute.
- Sicherheitsstopp: 3 Minuten bei 5 Metern – auch wenn der Tauchcomputer ihn nicht fordert.
- Nitrox nutzen: Weniger Stickstoffaufnahme bedeutet geringeres Risiko.
- Ausreichend trinken: Dehydration begünstigt die Blasenbildung.
- Keine Überanstrengung: Vor, während und nach dem Tauchgang ruhig bleiben.
Behandlung im Notfall
Besteht der Verdacht auf DCS, zählt jede Minute:
- Sofort 100 % Sauerstoff verabreichen.
- Betroffenen flach lagern und Flüssigkeit geben.
- Medizinische Hilfe rufen.
In Ägypten gibt es mehrere Druckkammern (z. B. in Hurghada, Sharm El Sheikh, Marsa Alam), die im Ernstfall lebensrettend sind.