Es gibt Orte auf der Welt, die man als Taucher einfach erlebt haben muss. Das Rote Meer gehört ganz sicher dazu. Kaum ein anderes Tauchgebiet bietet so eine Mischung aus Korallen, Wracks und Großfisch – dazu warme Temperaturen und Sichtweiten, die fast unwirklich wirken.
Wenn man das erste Mal eine Tauchsafari plant, stellt sich aber sofort die große Frage: Nord oder Süd?
Beides klingt verlockend – und beides ist auf seine Art einzigartig.
Der Norden – Geschichte unter Wasser
Im Norden des Roten Meeres tauchst du mitten in die Geschichte.
Die SS Thistlegorm ist mehr als nur ein Wrack – sie ist ein Zeitzeuge. Motorräder, Lastwagen, Gewehre – alles liegt noch da, als wäre es gestern versunken. Es ist ein Gefühl, das schwer zu beschreiben ist: Du schwebst über Deck, siehst die Ladung, und für einen Moment wirkt es, als wärst du in eine andere Zeit versetzt.
Die Rosalie Moller ist ganz anders. Sie liegt tiefer, kaum berührt, und hat diese stille, fast geheimnisvolle Atmosphäre. Perfekt für erfahrene Taucher, die Abgeschiedenheit lieben.
Und dann ist da noch Abu Nuhas – das Riff, das gleich vier Schiffe verschluckt hat. Wer Wracks liebt, kommt hier nicht mehr aus dem Staunen heraus.
Aber der Norden ist nicht nur Wrack. Im Ras Mohammed Nationalpark tauchst du an Steilwänden, siehst riesige Fischschwärme und Korallen, die schlicht atemberaubend sind.
Der Norden bedeutet: Viel Abwechslung auf kurzer Distanz – Wracks, Riffe, Fischschwärme.
Der Süden – Weite, Blauwasser, Abenteuer
Und dann ist da der Süden. Er ist anders. Wilder. Ursprünglicher.
Stell dir vor: Du sitzt auf dem Boot, nichts als Blauwasser um dich herum. Dann tauchst du ab –
und plötzlich sind sie da: Hammerhaie am Daedalus Reef, manchmal gleich ganze Schulen.
Die Brothers Islands sind nicht weniger eindrucksvoll. Steile Drop-Offs, wo das Meer ins Nichts abfällt, pelagische Haie, die wie Schatten aus dem Blau auftauchen, und oben auf den Riffen die Wracks Numidia und Aida.
Elphinstone – ein Name, den fast jeder Taucher kennt. Viele kommen hierher mit dem Traum, einmal einem Weißspitzen-Hochseehai direkt ins Auge zu sehen.
Und dann gibt es St. John’s – ein Paradies aus Canyons, Höhlen und Hartkorallen, so unberührt, dass du dich fühlst wie der erste Mensch, der jemals hier taucht.
Der Süden bedeutet: Abenteuer, Blauwasser, Großfisch – und Momente, die dir für immer bleiben.